Das "Du" als Teil gelebter Unternehmenskultur

10/19/2018

Bei ENERTRAG fühlen sich Azubis und Studenten auf Augenhöhe mit ihren Kollegen Max-Erik Barkow wollte IT-Systemelektroniker werden. Eigentlich. Diesen Berufswunsch gab er an, als er sich bei ENERTRAG für eine Ausbildung bewarb. "Ich hatte Glück. Der Platz war schon weg. Dafür bot man mir an, eine Ausbildung zum mathematisch-technischen Softwareentwickler zu beginnen." - Glück, wenn der eigentliche Wunsch nicht in Erfüllung geht?

Auszubildende im Gespräch

Der 21-jährige nickt: "Heute weiß ich, dass mir die Softwareentwicklung viel mehr liegt, als das reine Administrieren und Warten von Hard- und Software. Das, was ich mache, hat viel mit Mathe zu tun und mit logischem Denken. Das macht mir Spaß. Ich verwalte nicht irgendwelche Prozesse, sondern entwickle sie mit. Das ist besser als das Schrauben", sagt er, ohne damit andere Tätigkeiten abwerten zu wollen. Doch er weiß, wie viel Freude es macht, welch ein Gewinn es ist, wenn man beruflich die Chance hat, die eigenen Talente auszuleben, sie auszubauen. Heute arbeitet er an der Weiterentwicklung von Powersystem, einer von ENERTRAG konzipierten und auf den Markt gebrachten Softwarelösung mit. Er weiß, dass das, was er macht, wichtig ist. Und Anerkennung findet. "Das erlebe ich immer wieder im Team. Ich weiß, trotzdem ich mich noch in der Ausbildung befinde, dass meine Arbeit wichtig ist und anerkannt wird." Er beschreibt es als ein "Arbeiten auf Augenhöhe".

Bei ENERTRAG wird nach Bedarf ausgebildet. "Wenn wir einen Ausbildungsplatz besetzen oder den Vertrag mit einem Dualstudenten unterschreiben, steckt dahinter die Überlegung, dass wir diejenige oder denjenigen nach Ausbildung oder Studium auch übernehmen." Das funktioniert in den meisten Fällen. "Selbstverständlich müssen letztlich viele Faktoren stimmen. Leistung, das Zusammenpassen mit dem Team, die unternehmensinternen Bedarfe. So kann es auch mal sein, dass man zunächst nicht in der Abteilung eingesetzt wird, in die man wollte. Doch das bedeutet ja nicht, dass der Weg dorthin endgültig versperrt ist", sagt Ariane Heinichen, die bei ENERTRAG für die Auszubildenden und Studenten Ansprechpartnerin und Koordinatorin ist. "Die fachliche Ausbildung erfolgt in den Abteilungen, ich kümmere mich um alle Formalien und die Betreuung", erläutert sie. Diesen quasi übergeordneten Ansprechpartner zu haben, sei von Vorteil. "Denn es gibt ja auch mal Probleme, die man sich erst mal nicht traut gegenüber dem direkten Chef oder Ausbilder anzusprechen. Das ist normal, das ist menschlich. Dann vermittle ich und wir suchen zusammen nach Wegen." Sie organisiert regelmäßige Azubitreffen, an denen auch die Studenten teilnehmen, plant Teamevents, bei denen die jungen Leute unter sich sind und sich ausprobieren. "ENERTRAG tut eine Menge für den Fachkräftenachwuchs", ist sie überzeugt und verweist unter anderem auf die die Prämie, die Azubis und Studenten einmal jährlich für gute Leistungen zugesprochen bekommen können." Zudem werden Lehrmittel bereitgestellt und die Anschaffung von Fachliteratur bezahlt, Azubis und Studenten essen in der hauseigenen Kantine zum Azubitarif und sie bekommen regelmäßig die Chance, an Messen und Präsentationen teilzunehmen", zählt sie auf.

Den angesprochenen Fachkräftebedarf sah man vor zwei Jahren auch in der GIS-Abteilung von ENERTRTAG. So bekam der heute 24-jährige Tim Zimmermann das, was man eine zweite Chance nennt. Denn die Ausbildung zum Geomatiker ist seine zweite Lehre. "Ich bin ausgebildeter Kfz-Mechatroniker." Aus gesundheitlichen Gründen jedoch konnte er den Beruf nicht ausüben. "Den Abschluss machte ich trotzdem, um überhaupt etwas in der Tasche zu haben." Dann schaute er sich um und jobbte, fand es aber unbefriedigend, immer als ungelernt zu gelten. Also beobachtete er den Ausbildungs- und Stellenmarkt und stieß auf die Anzeige von ENERTRAG, die die Ausbildung zum Geomatiker anboten. "Hörte sich an wie eine Mischung aus Erdkunde und Mathe. Das konnte ich in der Schule beides, also informierte ich mich weiter, fand es interessant und bewarb mich." Die Ausbildungsrichtung, so erzählt Tim Zimmermann, ist noch jung. "Es gibt sie erst seit 2010 und brandenburgweit existiert nur eine Berufsschule, in der pro Jahr gerade mal 15 Geomatiker ausgebildet werden." Verkürzt beschrieben gehe es bei seiner Arbeit darum, benutzerdefinierte Karten zu erstellen. "Das ist beispielsweise wichtig für Genehmigungsverfahren", erläutert er. Derzeit gehört zu seinen Aufgaben die Erarbeitung von Feuerwehrrettungsplänen. "Seit diesem Jahr muss es konkrete Rettungspläne für Windfelder geben. Wir sind aktuell dabei, die Löschwasserentnahmestellen zu dokumentieren. Im Notfall sind die extrem wichtig." Als Feuerwehrmann, der im Heimatort Potzlow ebenso der Wehr angehört wie dem ENERTRAG-Trupp in der Ortswehr Baumgarten, hat er eine besondere Nähe zu dieser Aufgabe.

Zu den "Neuen" in der Riege der Azubis gehört Lea-Marie Kretschmer. Die 18-jährige hat ihre Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement gerade erst begonnen. Viel sagen kann sie darüber nach den wenigen Wochen noch nicht. Doch das Wichtigste: Sie wurde herzlich aufgenommen, wird unterstützt, fühlt sich wohl.

"Natürlich gibt es, so wie in jedem anderen Unternehmen, nicht nur das durchweg positive Feedback. Kritik wird auch geübt. Und glücklicherweise nicht hinter vorgehaltener Hand, sondern ehrlich und konstruktiv", sagt Ariane Heinichen. Sie sieht es als ihre Aufgabe, die jungen Leute darin zu bestärken, sich zu artikulieren, Fragen zu stellen, Probleme zu benennen. "Denn wir verstehen uns als Unternehmen, das für Zukunft steht. Und das nicht nur, was die erneuerbaren Energien anbelangt, sondern ebenfalls in Sachen Unternehmenskultur. Dass wir uns hier alle duzen, ist Teil dieser Philosophie. Vielleicht nur ein kleiner, aber einer, der etwas ausmacht." Die Azubis bestätigen das. "Es ist dadurch irgendwie familiärer. Das ist angenehm", fügt Max-Erik Barkow hinzu.