Mill Treck

Er lässt die Frisur verrutschen und Blätter rascheln: Wind – und die Sonne ist schuld. Ihre Strahlen erwärmen die Luftschichten in unterschiedlichem Maße, woraus Luftdruckunterschiede, also die bekannten Hochs und Tiefs, entstehen. Um dieses Unterschiede auszugleichen, fließen Luftströmungen vom Hoch- zum Tiefdruckgebiet. Diese Luftströmungen sind die Träger der Bewegungsenergie des Windes, einer kinetischen Energie. Eine Windenergieanlage nimmt diese Energie durch ihren drehenden Rotor auf, wandelt sie mit einem Generator in elektrische Energie um, die dann in das Stromnetz eingespeist wird. Moderne Windenergieanlagen haben eine Leistung von 5.000 kW und mehr und können so bis zu 15.000 Menschen emissionsfrei mit Strom versorgen.

Zahlreiche Studien zeigen, dass Windenergieanlagen Vögel und Großwild vergleichsweise gering beeinträchtigen. Hauptsächlich kommen sie durch die Oberleitungen und die Straßeninfrastruktur zu Schaden. Nicht nur dass Vögel eine hervorragenden Sehkraft besitzen, sondern die meisten Arten halten sich beim Vogelzug eher oberhalb und während der Brutzeit unterhalb der Rotoren auf. Um die wertvollen Gebiete für die Vogelwelt zu erhalten, haben die Bundesländer Naturschutzgebiete und EU-Vogelschutzgebiete als Ausschlussgebiete für Windräder eingestuft, obwohl auch dort unter bestimmten Voraussetzungen eine umweltverträgliche Energiegewinnung möglich wäre. Untersuchungen, ob eventuell Wild wie Rehe oder Hasen und Nutztiere wie Kühe oder Pferde in ihrem Lebensraum gestört werden, haben keine besonderen Empfindlichkeiten der Tiere festgestellt.

Windenergieanlagen sind Industrieanlagen und funktionieren nicht völlig geräuschfrei. Wie laut sie wahrgenommen werden, hängt von Umgebungsgeräuschen, Windrichtung und Windstärke und vom subjektiven Empfinden ab. Die objektiv messbare Lautstärke wird durch rechtliche Vorschriften und Genehmigungsbehörden mit Grenzwerten belegt, die den Lärmschutz der Anwohner sicherstellen. Die Grenzwerte für die Lärmbelastung liegen zwischen 35 Dezibel im Wohngebiet und 45 Dezibel im sogenannten Mischgebiet, was einer leisen Unterhaltung entspricht (ca. 40 Dezibel). Betreiber müssen bei der Anlagenplanung viele Gutachten vorlegen, in denen unter anderem nachzuweisen ist, dass der Lärmschutz beachtet wird. Moderne Windenergieanlagen mit hohen Nabenhöhen und längeren Rotorblättern, die heute in vorgeschrieben Mindestabständen zur Wohnbebauung errichtet werden, sind geräuschärmer als ältere Anlagen.

Ja, der Strom aus Windenergieanlagen lässt sich speichern. Dazu sind Technologien erforscht und entwickelt, aber noch nicht in alle im Markt eingeführt. Pumpspeicherkraftwerke und Gaskavernenspeicher existieren schon lange, werden aber noch unzureichend für die Nutzung durch erneuerbare Energien zugänglich gemacht. Das ENERTRAG-Hybridkraftwerk hingegen produziert Wasserstoff aus Windstrom, der als universelles Speichermedium für Verkehr, Wärme oder erneute Stromproduktion geeignet ist. Batterien, stationär oder in Elektrofahrzeugen, Schwungräder, Superkondensatoren und Druckluftspeicher sind weitere Technologien, mit denen sich Windenergie über kürzere Zeiträume speichern lässt.

Ganz im Gegenteil. Wenn viel Windenergie in das Stromnetz eingespeist wird, so sinkt der Strompreis an der Leipziger Strombörse. Nimmt die Windenergie hingegen ab, so steigen die Preise. Dieses Phänomen nennt man den „Merit-Order-Effekt“ und resultiert aus der Abnahmeverpflichtung von Strom aus erneuerbaren Energien der Stromanbieter. Also je mehr Strom aus Windkraftanlagen in das Stromnetz fließt, desto preiswerter wird der Strom. Nun könnten sich alle Endverbraucher über windreiches Wetter freuen, entscheidender ist allerdings der langfristige Effekt. Während die Kosten für fossilen Strom stetig steigen, sinkt die Vergütung für Windstrom. Der Umstieg auf erneuerbare Energien sichert dem Verbraucher in Zukunft bezahlbare Energiepreise.

Verschiedene Meinungsumfragen melden schon über mehrere Jahre hinweg, dass eine hohe Zustimmung für den Ausbau der Windkraftanlagen in der deutschen Bevölkerung vorhanden ist. So gut wie jeder Bundesbürger hält den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien für wichtig oder sehr wichtig. Trotz der auf Papier geltenden Akzeptanz gegenüber der Windkraft kommt es lokal immer wieder zu emotional geführten Konflikten, die während des Planungsprozess zum Großteil ausgeräumt werden. Während des Betriebes gelten vor allem die Rotorbewegungen und die so genannte Flugsicherungsbefeuerung als störende Eigenschaften, für die Lösungen gefunden werden müssen.

Die vorhandene Skepsis gegenüber dieser Form der Energiegewinnung basiert häufig auf einer falschen Einschätzung ihrer lokalen Auswirkungen und mangelnder Information über die Vorteile dieser Anlagen.

Jede verbrauchte Kilowattstunde aus erneuerbaren Energien ersetzt eine Kilowattstunde aus einem konventionellen Kraftwerk. So kommt es zur CO2-Reduktion in der Energieversorgung. Je mehr Wind und andere erneuerbare Energiequellen zur Verfügung stehen, desto mehr konventionelle Kraftwerke können stillgelegt werden. Die Aufgaben für die Windenergie werden dabei die zunehmende Systemdienstleistungen für das Stromnetz zu erbringen, die bisher von konventionellen Kraftwerken geleistet werden und die Speichertechnologie auszubauen.

Generell hat die Energiegewinnung mit Windenergieanlagen vielzählige Vorteile. An vorderster Stelle steht die klimaschützende Energieerzeugung ohne Emissionen. Volkswirtschaftlich betrachtet ist Windenergie die preiswerteste Energieform und birgt kaum Sicherheits- Umwelt- oder Gesundheitsrisiken. Regionen mit Windenergieanlagen profitieren durch die Wertschöpfung vor Ort, besonders ländliche Regionen. Im Mix mit anderen erneuerbaren Energien wie beispielsweise Biomasse oder Photovoltaik ist eine vollständige Energieversorgung möglich. Die wachsende Wind-Branche schafft zusätzliche Arbeitsplätze und trägt so für die Erhöhung der Lebensqualität und zum Erhalt von Rohstoffen bei. Global betrachtet erhöht Energie aus Windenergieanlagen die Unabhängigkeit von russischem Gas, arabischem Öl und afrikanischem Uran. Damit steigen die Sicherheit der Energieversorgung und die Entwicklung dieser neuen Technologie und ihre Exportfähigkeit bringt wirtschaftliches Wachstum sowie Steuereinnahmen.

Nein. Denn als Subvention bezeichnet man direkte und indirekte finanzielle Zahlungen des Staates. Die Kosten für den Ausbau der Windenergie und der anderen erneuerbaren Energien wird auf die Stromrechnung der Verbraucher umgelegt. Mit 1,1 Cent je Kilowattstunde hatte die Förderung erneuerbarer Energien im Jahr 2008 unter fünf Prozent Anteil am gesamten Haushaltsstrompreis.

Besonders in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist die Investition in Windkraft eine wertstabile und renditestarke Kapitalanlage. Das Erneuerbaren Energien-Gesetz in Deutschland setzt die wichtigsten Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Kapitalanlage in Windkraft. Mit festgeschriebenen Einspeisevergütungen und der vorrangigen Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien sind Investitionen in Windkraft größtenteils unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung und entsprechend sicher. Mehr Informationen zu unseren Anlageprodukten in Windkraft finden Sie bei ENERTRAG EnergieInvest GmbH.

Ja. Zwar verursachen die Herstellung und der Bau einer Windkraftanlage CO2-Emissionen, aber diese sind nach spätestens zwei Monaten durch den Betrieb wieder ausgeglichen. Eine Windkraftanlage im Betrieb verursacht nämlich keine CO2-Emmissionen. So wird die Luft, die wir atmen, genutzt statt mit giftigen Abgasen versetzt. Hierzulande decken heute über 21.000 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von fast 26.000 Megawatt (MW) rund sieben Prozent des deutschen Strombedarfs und versorgen unsere Haushalte mit sauberem Strom. So werden jährlich etwa 34 Millionen Tonnen CO2-Emissionen vermieden. Durch Elektromobilität und Wasserstoff auf dem Verkehrssektor leistet Windenergie einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz und trägt so entscheidend für eine Energiewende bei.

Zur Sicherung des Luftverkehrs müssen die Anlagen mit über 100 m Gesamthöhe speziell gekennzeichnet sein. Um die Sichtbarkeit am Tag zu verbessern, sind die Rotorblätter durch orange-rote Streifen oder durch weiß blitzende Feuer mittlerer Lichtstärke oben auf dem Turmkopf markiert. Nachts machen zwei rot blinkende Gefahrenfeuer auf das Windrad aufmerksam. Da dieses rote Blitzen von den Anwohnern als störend empfunden wird, hat sich ENERTRAG Windfeld Systemtechnik über dieses Problem Gedanken gemacht und setzt federführend eine Technik ein, die bei guter Sicht die Leuchtstärke auf 10 Prozent abdimmt. Außerdem wird die Radartechnologie weiterentwickelt. So blinken die Windanlagen nicht die ganze Nacht hindurch, sondern nur wenn sich Flugobjekte wie zum Beispiel Hubschrauber nähern.

Auf dem Land, also Onshore, werden zuerst die Wege zur geplanten Anlage gebaut. Erst dann können alle Baufahrzeuge ungehindert zur erwählten Stelle der zukünftigen Windkraftanlage gelangen. Zunächst werden die Fundamentgrube ausgehoben, Kabeltrassen verlegt und spezielle Arbeitsschritte für eine stabile Konstruktion durchgeführt, bevor der Turm montiert wird. Die Montagemethode sowie die Aufbaulänge des Turms hängen von der Turmbauart ab. Nach ungefähr zwei Monaten ist es so soweit - die Gondel mit einem entsprechenden Kran kann angebracht werden. Aufgrund des großen Gewichts der Gondel und der Turmhöhe wird der Rotor am Boden vormontiert. Zuletzt werden der Rotor und die Gondel in luftiger Höhe miteinander verbunden und nach nicht mal ganz drei Monaten Aufbauphase wird die Windkraftanlage verkabelt, mit dem Stromnetz verbunden, getestet und in Betrieb genommen.

Offshore-Windkraftanlagen sind durch die aggressive, salzhaltige Meeresluft stark korrosionsgefährdet. Zusätzliche Schutzmaßnahmen sind zum Beispiel die Verwendung meerwasserbeständiger Werkstoffe, Verbesserung des Korrosionsschutzes und die vollständige Kapselung bestimmter Baugruppen. Auch wird die Anlage auf durchschnittlich höhere Windgeschwindigkeiten ausgelegt, was z. B. eine entsprechende Konstruktion des Rotors und seine Abstimmung auf den Generator notwendig macht. Die so erzeugte elektrische Energie wird über extra gesicherte Hochspannungsleitungen (Seekabel) bis zum Einspeisepunkt an der Küste verlegt.

Der Turm ist nicht nur Hauptlastenträger der tonnenschweren Gondel mit den Rotorblättern, sondern dient auch als Verbindungselement für die Techniker des Wartungsservice. In einer 70m-Anlage beispielsweise müssen Techniker eine Leiter mit ungefähr 237 Sprossen hinaufklettern. Bei modernen 140m-Windkraftanlage sind es sogar bis zu 480 Sprossen. Neue Windenergieanlagen verfügen inzwischen zwar alle über einen Lastenaufzug, aber dieser ist nicht für die Personenförderung vorgesehen, sondern für den Transport von Material bei Wartungsarbeiten.

Als James Watt mit der Dampfmaschine die erste leistungsfähige Energieanlage erfand, begann das Energiezeitalter. Ein Watt  elektrischer Leistung ist gerade soviel, wie eine kleine Kerze oder eine starke Leuchtdiode braucht. Die menschliche Leistungsfähigkeit ist ebenso überschaubar - schon bei einhundert Watt (0,1 Kilowatt) kommt man mächtig ins Schwitzen. Die gebräuchlichste Einheit der Energie, die Kilowattstunde (kWh), bedeutet nichts anderes, als eine Stunde lang eintausend Watt zu leisten. Das schafft nur ein besonders starkes Pferd. 1000 Kilowatt sind 1 Megawatt. Moderne Windenergieanlagen haben eine Leistung von 2-5 Megawatt.

Wie viel Energie benötigen wir? 
Deutschland benötigt etwa  400 Terrawattstunden bzw. 4.000.000 Millionen Kilowattstunden Energie jährlich. Pro Kopf sind das rund 50.000 Kilowattstunden oder fast 140 Kilowattstunden täglich. Für jeden Bürger – sei er jung oder alt – wären demnach 8 Pferde rund um die Uhr im Dauereinsatz. Diese Energiemenge entspricht dem Energiegehalt von 5.000 Liter Öl pro Jahr oder 14 Liter pro Tag.

Der deutsche Jahresstromverbrauch von 400 TWh würde sich theoretisch durch 27.000 moderne Windenergieanlagen an Land decken lassen. Das sind kaum mehr als bis heute schon errichtet wurden. Allerdings ist der Ertrag dieser früher gebauten Windturbinen wegen der rasanten technologischen Entwicklung noch geringer. Zu einer hundertprozentigen Energieversorgung gehören aber neben emissionsfreiem Strom auch emissionsfreie Kraftstoffe und Wärme. Das ist allein mit Windenergie, noch einfacher aber mit allen erneuerbaren Energien im Mix machbar.

Die Liste der Stromspartipps ist schier unendlich lang. Angefangen von der zu warmen Aquarienheizung über die Vermeidung von elektrifizierten Küchengeräten bis zur Wärmedämmung an Hauswänden kommen fast täglich neue Ratschläge dazu.

Wer schon über die Möglichkeit des Stromsparens nachdenkt, sollte einfach die Notwendigkeit der Stromgeräte, welche sich im Haushalt befinden hinterfragen. So ist das konsequente Ausschalten der Stand-by-Funktion in elektrischen Geräten durchaus ein Sparfaktor, aber auch lieber die Treppe als den Fahrstuhl zu nehmen. Stromsparen bedeutet nämlich, die eigene Bequemlichkeit durch Aktivität zu besiegen, um so auch etwas für den Erhalt einer sauberen Umwelt beizutragen.

Fragen und Antworten

Glossar

Symbolbild - Buchstaben

Sauber sortiertes Wissen von A bis Z rund um Wind, Energie, Strom, unverständliche Abkürzungen und komplizierte Technik. Weiß ein intelligenter Stromzähler (smart metering) wirklich mehr als die gemeine Biomasse? Und was war nochmal mit Kyoto?

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